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Starkregenmanagement in Zell

Vortrag mit Heinz Joachim Rehbein von Auktor.

Dass die Durchschnittstemperaturen steigen und gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit von Starkregenereignissen zugenommen hat, das ist für die Menschen im Landkreis Würzburg längst spürbare Realität. Wie aber können und müssen sich Kommunen darauf einstellen?

Zu dieser Frage veranstaltete der Ortsverband der Grünen in Zell am Main einen Vortrags- und Diskussionsabend mit Heinz Joachim Rehbein vom Würzburger Ingenieursbüro Auktor und mit Martin Küpper, Gemeinderat und Bürgermeisterkandidat der Grünen für Zell.

Da das Büro Auktor die Gemeinde Zell seit Jahren planerisch begleitet und zuletzt auch die Überarbeitung des Flächennutzungsplans betreute, ist Heinz Joachim Rehbein mit der Zeller Topografie und anderen Herausforderungen der Gemeinde vertraut. Seinen Vortrag stellte er jedoch zunächst in den größeren Zusammenhang der klimatischen Veränderungen, die uns weltweit, auch in Deutschland und besonders in Unterfranken zum Handeln nötigen. Trockenheit und steigenden Temperaturen, so Rehbein, müsse rasch und entschieden begegnet werden durch eine Umgestaltung der Städte und Kommunen mit Maßnahmen zur Begrünung bzw. Beschattung und durch Flächenentsiegelung. Anhand von Umsetzungsbeispielen aus seiner beruflichen Praxis erläuterte er die Notwendigkeit aber auch die Möglichkeit, Niederschlagswasser im öffentlichen Raum nicht mehr abzuleiten, sondern gezielt zu versickern, beispielsweise durch Einleitung in begrünte Straßenrandstreifen. Damit, so Rehbein, werde nicht nur die Menge des pflanzenverfügbaren Wassers erhöht. Es sei auch notwendig die beständige Neubildung von Grundwasser in Vorbereitung auf Dürreperioden gezielt zu fördern. Entschieden sprach sich Rehbein in diesem Zusammenhang für einen sukzessiven Umbau des Kanalsystems von einem Mischsystem zu einem Trennsystem aus, bei dem Regenwasser nicht mehr mit dem Abwasser zusammen in die Kläranlagen geleitet, sondern zur Versickerung gebracht werden kann.

Bezogen auf Zell kam Rehbein schließlich auf die Notwendigkeit von Starkregen-Präventionsmaßnahmen oberhalb des Ortsgebiets zu sprechen. Wasser müsse in der Fläche bleiben und möglichst frühzeitig zurückgehalten werden, um zumindest gravierende Schadensereignisse im Ort verhindern zu können. In der sich an den Vortrag anschließenden Gesprächsrunde mit dem Grünen Bürgermeisterkandidaten Martin Küpper und den zahlreich anwesenden Zeller Bürgerinnen und Bürgern lag hier auch der Schwerpunkt der Nachfragen. Martin Küpper versicherte die Planung und Umsetzung von Retentionsflächen und Rückhaltestufen als Bürgermeister priorisieren zu wollen.
Heinz Joachim Rehbein betonte noch einmal, es sei für Bürger und Kommunen möglich sich auf die klimatischen Veränderungen einzustellen, aber es sei höchste Zeit zu handeln.


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